Preis prüfen

59,95 € 69,95 €

Jetzt ansehen
Preisverlauf


Gebrauchsinformationen – detailliert, praktisch, aber etwas inhomogen

Die Schriftgröße der Anleitung zum M500 von Omron hat uns etwas verwirrt, weil die besonders wichtigen Hinweise großgeschrieben sind und alle weiteren Infos in der Schriftgröße variieren, je nach Relevanz, so scheint es. Das macht eher keinen guten Eindruck, weil es ein ziemlich kunterbuntes Erscheinungsbild abgibt. Irritiert sind wir kurz vom strukturellen Aufbau, welcher sich aber als sehr praktisch erweist.

Denn es gibt zwei aufklappbare Seiten im Büchlein. Die vordere Seite klärt bildlich, wie man die Armmanschette anlegt und der letzte entfaltbare Teil zeigt eine Übersicht zum Gerät. Dass die Geräteübersicht verfügbar ist, darauf wird nach den Sicherheitsbemerkungen auf der vierten Seite hingewiesen. Mit diesem Prinzip kommt der Nutzer in unserem Test gut zurecht. Sachgerecht detailliert und umfangreich sind sowohl die Abbildungslegende zum Gerät auf der hinteren Umschlagseite als auch die Angaben zu den Fehlermeldungen, welche transparent und verständlich definiert werden.

Inhaltlich mag die Gebrauchsanweisung manchen älteren Menschen überfordern. Das liegt zum Teil an dem reichen Funktionsumfang des Gerätes. Wir selbst waren sehr angetan von der ausführlichen Anleitung. Zahlreiche Schaubilder versuchen die Hinweise einfach zu gestalten, was auch trefflich gelingt. Einziger Nachteil ist, dass man sich wirklich eingehend mit der Anleitung beschäftigen muss, um das Gerät gut handhaben zu können. Zu diesem Kriterium kommen wir deshalb nun.

Handhabung und Messgenauigkeit

Traurigerweise macht der beißende Geruch der 22-42 cm großen Armmanschette den ersten guten Eindruck zunichte. Würde man den Geruch in Schulnoten ausdrücken wollen, dann hätte der Omron M500 nur eine 3 minus erreicht. Allein der AEG BMG 5611 muffelt noch intensiver. Auslüften hilft natürlich. Es dauert allerdings ein paar Tage.

Im nächsten Schritt machen wir uns an das Einsetzen der vier mitgelieferten AA-Batterien. Diese hüpfen auch nicht kopfüber aus dem Batteriefach, welches ebenso eine solide Qualität aufweist. Die Abdeckung hat einen Befestigungsklipp und somit keine Chance sich zu lösen oder selbständig aufzuschieben, so wie es bei den Blutdruckmessern Ecomed BU-90E und Boso medicus family unglücklicherweise der Fall ist.

Der Luftschlauch verbindet sich recht widerstandslos mit dem M500-Blutdruckmesser. Beim Rausziehen aus der Buchse ist der Widerstand zwar größer als beim Sanitas SB 21, der Schlauch selbst lässt sich dennoch ziemlich leicht rausstöpseln. Zumindest ist der Luftschlauch nützlicherweise sehr lang, beinahe so lang wie der längste Schlauch des Blutdruckmessers Wepa Aponorm Basis Plus.

Der weiß-dunkelgraue Blutdruckmesser mit schwarzer Oberseite und Display hat 6 Tasten und einen Schiebe-Umschalter. Die beiden wichtigen Tasten Start/Stop und Benutzerumschalter sind groß genug. Es müssen ja keine Monstertasten sein, damit ältere Personen mit einem Gerät zurechtkommen. Trotzdem erscheinen uns alle weiteren 5 schwarzen Knöpfe erstaunlich winzig. Wenigstens haben sie einen anständigen Druckpunkt, der auch auf Patschehändchen sofort reagiert. Wir konnten keine Reaktionsschwierigkeiten oder Verzögerungen aufdecken.

Die zwei unterschiedlichen Nutzer des Gerätes werden im Handbuch als Benutzer-ID 1 und Benutzer-ID 2 bezeichnet. Das Umschalten zwischen den beiden Nutzern ist anwenderfreundlich gestaltet, indem der sich unten links befindliche dunkelgraue Schieberegler einfach hin- und hergeschoben werden kann. Eine sinnvolle Verbesserung könnte an dieser Stelle sein, eine Abfrage der Benutzer-ID direkt vor der Messung vorzunehmen. Bei zwei Nutzern, könnte es sonst häufiger zu Verwechslungen der Speicherposition kommen, denn den Schieberegler vergisst man bestimmt im Eifer des Gefechts.

Über die blaue Start-/Stopp-Taste erfolgt die Messung und das anschließende Ausschalten des Gerätes. Die Messung dauert nur 36 Sekunden und die Ergebnisse werden automatisch für den zuvor gewählten Benutzer abgespeichert. Vergisst man, das Gerät auszuschalten, sorgt das automatische Auto-Aus nach 2 Minuten dafür, dass sich das Gerät selbständig beendet.

Nicht ganz so leise wie der Boso medicus family pustet der M500 seine Manschette auf, aber leise genug, um auf Platz 2der stillen Helferlein zu kommen. Schön, dass der Hersteller nicht so lautstark auf sich aufmerksam macht. Nur was das Gewicht angeht, macht sich der Omron M500 bemerkbar. 790 g bringt er auf die Waage. Damit ist es das zweitschwerste Blutdruckmessgerät in unserem Oberarmblutdruckmesser-Check und weniger mobil als die anderen.

Mit der Uhrzeit-Taste, die sich ganz links auf der schwarzen Display-Oberfläche befindet, kann man das Datum und die Uhrzeit einstellen. Die umsichtigerweise gleich rechts daneben positionierten Pfeiltasten für Vorwärts und Rückwärts machen die Einrichtung spielend leicht. Andernfalls helfen die Bilder in der Gebrauchsanweisung weiter. Eine Batteriestandsanzeige erfolgt in zwei Stufen. Die erste erfolgt, wenn die Batterien schwach und die zweite, wenn die Batterien fast leer sind. Im Vergleich zu einer einfachen Batteriewechselanzeige und einer zweistufigen Batteriestatusanzeige bietet der Boso medicus X eine vierstufige Batteriestandsanzeige.

Das Oberarm-Blutdruckmessgerät M500 verfügt über 100 Speicherplätze á 2 Personen. Ein Gastmodus erlaubt spontane Checks oder Messungen von Bekannten oder Freunden. Sie werden nicht im Speicher hinterlegt. Ganz außen rechts befindet sich eine Taste mit Notizzettel-Symbol. Hiermit kann der Benutzer die einzelnen zuletzt gespeicherten Werte aufrufen. Mit den Pfeiltasten springt man zu den jeweils vorherigen Datensätzen. Drückt man die Notizzettel-Taste 3 Sekunden lang, erhält man den Mittelwert der gespeicherten Daten.

Gleich links daneben findet sich auf dem Gerät die Taste mit dem Sonne-/Mond-Symbol. Darüber können die Nutzer ihre letzten acht Wochenmittelwerte abrufen. Wird die Sonne-/Mondtaste einmal betätigt, erscheint der aktuelle Morgenmittelwert. Mit den Pfeilen switcht man zwischen den wöchentlichen Mittelwerten umher. Drückt man die Sonne-/Mondtaste anschließend zu irgendeiner Zeit ein erneutes Mal, gelangt man zu den Abendmittelwerten der letzten Woche. Die Pfeiltasten liefern weitere Wochenmittelwerte (bis zu 8 Wochen zurück) nach dem gleichen Verfahren wie oben erklärt. Die etlichen Features des M500 sind einigermaßen leicht zu merken, weil die Tasten zweckentsprechend und ansprechend gekennzeichnet wurden.

Trotz quälendem Geruch, weiß die schwarze Armmanschette des Omron M500 zu gefallen. Sie hat einen großen Spielraum für den Armumfang (22-42 cm) und fühlt sich sehr anschmiegsam auf der Haut an. Qualität und Tragekomfort zusammen bringen die Omron-Manschette an die Spitzenposition in diesem Bereich. Zudem handelt es sich um eine rund vorgeformte, steife Manschette. Der Vorteil dieses Manschettentyps offenbart sich beim Anlegen. Durch die steife Form rutscht die Manschette während des Anlegens nicht hin und her, wie die Manschette des Beurer BM 58, weil sie eng am Arm liegt. Wir hatten die Befürchtung, die feste Rundung der Armkrause würde kräftigeren Personen nicht passen, in die Haut schneiden bzw. zu ungelenk sein. Doch auch Personen mit muskulöseren Armen empfinden die feste Umklammerung der Manschette nicht störend.

Anstelle dessen macht die Manschette jedoch beim Aufpumpen die typischen Ritsch-Ratsch-Geräusche, als wenn sie gleich aufreißen würde. Bei all unseren Tests ist das nicht passiert, aber dieser knisternde Ton lässt einem den Puls höherschlagen – was nicht das Ziel beim Blutdruckmessen sein kann. Ansonsten ist der Omron M500 ein leises Gerät. Einzig der Boso medicus family handhabt die Blutdruck-Checks noch leiser in unserer Testreihe. Während des Aufpumpens der Manschette fühlen sich die Testpersonen nicht unnötig gestört. Der Omron M500 misst genau. Die Werte weichen nur irrelevant von der Vergleichsmessung ab.

Der Blutdruckmesser M500 von Omron ist mit einer Manschettensitzkontrolle ausgestattet. Die Kontrolle hat bei uns nicht wie gewollt angeschlagen, obwohl wir die Manschette bewusst falsch angezogen haben. Die Erkennung von Körperbewegungen hingegen funktionierte super. Der Leuchtalarm schlug sogar nur beim Reden des Anwenders während des Messens an. Ein weiteres praktisches Feature ist, dass Werte über 135 mmHg, d.h. im erhöhten Bereich, mittels einer orangen LED direkt neben dem Messwert markiert werden.

Ausstattung und zusätzliche Funktionen

Zur Ausrüstung des Omron M500 gehören ein Blutdruckpass sowie eine schicke und dennoch robuste, klassisch schwarze Tasche, die einen Griff und eine Innentasche besitzt. Optional kann ein Netzteil bestellt werden – leider nicht direkt auf der Herstellerseite. Fündig werden die Kunden erst bei Amazon, in der Apotheke oder einem Sanitätshaus. Andere Manschetten gibt es nicht zu erwerben.

Sobald der Puls erfasst wird, blinkt auf dem Display ein Herzschlagsymbol. Wird eine Arrhythmie des Herzens identifiziert, sieht der Nutzer ein pulsierendes Herz. Erstklassig ist auch die Umsetzung der Morgenhypertonie-Anzeige. Sie weist darauf hin, ob die Morgen-Durchschnittswerte über den empfohlenen Richtlinien liegen. Super finden wir auch das Feature der Manschettensitzkontrolle und des Bewegungssensors, der Körperbewegungen während der Messung mit einer Warnanzeige abmahnt.


Technische Daten

Abmessungen124 mm(B)×90 mm(H)×161 mm(L); Manschette ca. 145 mm × 532 mm (Luftschlauch: 750 mm)
Gewichtca 800g
Link zum Herstellerhttps://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/91e%2BsUGCmMS.pdf